Zeitungsbericht, Rheintaler, 21.5.2026

Trompete statt TikTok: Der Dopaminkick lässt auf sich warten

Während andere durch 15-Sekunden-Videos scrollen, proben 47 Jugendliche freiwillig für Blasmusik-Shows. Die «Young (R)evolution» zeigen, warum ausgerechnet eine alte Tradition gerade wieder cool wird.

 Von Sara Burkhard

Die Blasmusik hat ein Imageproblem. Alt, verstaubt, langweilig sind die geläufigen Vorurteile. In Zeiten, in denen Trends auf sozialen Medien nur zwei Wochen halten und auf dem Handy alle 15 Sekunden das nächste Video wartet, hat die Blasmusik einen schweren Stand. Und auch wenn das Rheintal immer noch gegen den Trend hält, haben immer mehr Vereine Probleme, Nachwuchs zu finden. Warum auch sollen Junge freiwillig stundenlang in Proben sitzen, mit Instrumenten marschieren üben und Stunden ihrer hektischen Woche mit Üben zu Hause verbringen? Doch eine Gruppe Teenager aus dem Rheintal feiert genau diese scheinbar mühsamen Dinge ab: Unter dem Namen «Young (R)evolution» treten sie als Projektorchester auf.

Kaum gegründet, schon Weltmeister

Entstanden ist das Projekt 2017 nach dem Weltjugendmusikfestival in Zürich. Jugendliche aus Montlingen-Eichenwies und Oberriet wollten damals nicht einfach nur spielen und marschieren, sie wollten Hallenshows machen, Choreografien entwickeln, Bewegung und Musik kombinieren. Oder anders gesagt: Blasmusik mit Showfaktor, auch unter der Kategorie «Evolution» bekannt. «Das war für uns aber noch ganz neu, niemand wusste, was daraus wird, ob das überhaupt funktioniert», sagt Patrick Bichler, musikalischer Leiter der Formation.

Schnell konnten fast 50 Jugendliche für das Experiment gewonnen werden. Und es entwickelte sich rasch zu einem spannenden Ensemble. Beim Schweizer Jugendmusikfest 2021 gewann die Formation die Kategorie «Parademusik mit Evolutionen», und es reichte sogar für den Gesamtsieg in der Parademusik. 2024 folgte am Weltjugendmusikfestival in Zürich der nächste Höhepunkt: Gold-Auszeichnung und Weltmeistertitel in der Hallenshow.

Auch wenn sich die Besetzung des Orchesters zwischen den Grossauftritten oft etwas verändert, das Niveau ist hoch. «Wir erwarten, dass unsere Mitglieder auch in einem traditionellen Musikverein aktiv sind», sagt Bichler, dadurch proben diese ausserhalb des Projektorchesters regelmässig. So sind für die Auftritte oft nicht viele Proben notwendig, und der Mitgliederwechsel ist kein riesiges Problem. «Es ist immer spannend, wie steil die Lernkurve ist, wenn die Jugendlichen zusammenkommen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten», so Bichler.

Das letzte Mal auf der Bühne stand die Formation am Eidgenössischen Musikfest in Biel letztes Wochenende. Während der Schlussfeier repräsentierten sie dort gleich zwei Sachen: die Zukunft der Blasmusik und die Region Rheintal, die bei der nächsten Auflage Austragungsort des Eidgenössischen sein wird. Passenderweise standen dazu Musikantinnen und Musikanten aus Altstätten, Au, Balgach, Berneck, Heerbrugg, Montlingen-Eichenwies, Oberriet, Rebstein, Rüthi und St. Gallen auf der Bühne. Der Auftritt am Eidgenössischen entstand dabei fast spontan, «die Anfrage kam erst Ende Januar», sagt Bichler und lacht. Zwei Tagesproben später war die Formation aber bereits reif für den Auftritt. Auch am Eidgenössischen Musikfest 2031 wollen sie dabei sein: «Dafür werden wir dann auch wieder Leute suchen», sagt Bichler. Die Anmeldung für den Auftritt des Orchesters läuft meist über ihre Website.

Der Dopamin-Kick kommt nicht nach 15 Sekunden

Dass Blasmusik nicht immer als so hipp wahrgenommen wird, beschäftigt Bichler auch beruflich. Er arbeitet in der IT-Branche und erlebt täglich, wie sich Aufmerksamkeit verändert. TikTok, Gaming, Dauerbeschallung. Alles wird schneller. Kürzer. Muss sofort fertig sein. Deshalb glaubt er, dass Projekte wie «Young (R)evolution» heute wichtiger denn je sind.

Die echten Begegnungen, die Emotionen und das gemeinsame Erlebnis haben einen riesigen Wert.

Das Problem sei nur: Diese Gefühle liessen sich kaum in 15-Sekunden-Videos transportieren. Denn Blasmusik funktioniert genau gegenteilig zur Scroll-Kultur. Man muss Zeit investieren, üben und dranbleiben, genau das sei die grösste Herausforderung. «Der Dopaminschub kommt auch in der Musik», sagt Bichler, «aber halt nicht nach 15 Sekunden.»

Young (R)evolution rockt Biel: Ein starkes Zeichen für die Zukunft der Blasmusik!

Am Auffahrtswochenende versammelte sich die gesamte Schweizer Blasmusikszene am Eidgenössischen Musikfest (EMF) in Biel. Mittendrin: Wir, die «Young (R)evolution»! Als musikalischer Botschafter durften wir das St.Galler Rheintal und das kommende EMF 2031 an der offiziellen Schlussfeier vertreten. Unser Auftritt war dabei weit mehr als nur Musik – er war ein energiegeladenes Statement für die Jugend, für zeitgemässe Blasmusik und für den unvergleichlichen Zusammenhalt unserer Region.

Jugend vereint: 18 Vereine, eine Vision

Als vereinsübergreifende Formation verkörpern wir genau das, was das EMF 2031 im Rheintal ausmachen wird: die enge Zusammenarbeit aller 18 Rheintaler Musikvereine. Wir sind der lebende Beweis, dass Musik keine Vereinsgrenzen kennt. Gemeinsam mit vier Begleitpersonen reisten 47 Jugendliche und junge Erwachsene nach Biel, um unsere Region würdig zu vertreten.

Unsere talentierten Musikerinnen und Musiker bündeln die musikalische Energie aus der ganzen Region. Mit dabei waren Mitglieder aus: Altstätten, Au, Balgach, Berneck, Heerbrugg, Montlingen-Eichenwies, Oberriet, Rebstein, Rüthi

Zeitgemäss, dynamisch und voller Leidenschaft

Dass wir für moderne und dynamische Blasmusik stehen, zeigte sich auch an unserer beispiellosen Vorbereitung. Das Projekt wurde aufgrund einer Anfrage des OKs aus Biel erst Ende Januar ausgeschrieben. Den allerersten Probelauf für unsere musikalische Darbietung hatten wir gerade einmal zwei Wochen vor dem grossen Auftritt – nach zwei Probetagen!

Trotz dieser extrem knappen Zeit haben wir die grosse Hauptbühne bei der Esplanade in Biel mit Bravour gemeistert und bereits am Nachmittag mit Showeinlagen auf der Parademusik-Strecke das Publikum begeistert. Unser musikalischer Leiter, Patrick Bichler, brachte es treffend auf den Punkt: «Es ist immer wieder spannend, wie steil die Lernkurve ist, wenn motivierte Jugendliche zusammenkommen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.»

Der Blick nach vorne: Wir sind das Feuer für 2031!

An der Abschlussfeier am Sonntagabend nahm das St.Galler Rheintal symbolisch den Staffelstab für das nächste eidgenössische Musikfest entgegen. Simon Büchel, Initiant und Projektleiter des EMF 2031, überbrachte die offiziellen Grüsse aus der Ostschweiz und blickte voller Vorfreude auf das Fest in unserer Heimat.

Wir sind unheimlich stolz, dass wir als «Young (R)evolution» ein Sinnbild für die Initiative der regionalen Blasmusikvereine sein dürfen. Wir zeigen schon heute, wer in fünf Jahren das musikalische Fundament stellen wird. Wenn im Jahr 2031 rund 500 Musikvereine mit über 20’000 aktiven Musikantinnen und Musikanten ins Rheintal reisen, werden wir bereit sein – vereint, dynamisch und als Treiber einer modernen Blasmusikkultur!

Das Rheintal übernimmt in Biel: young(r)evolution rockt die Schlussfeier des EMF 2026

Es ist offiziell: Wenn im Mai 2026 die gesamte Schweizer Blasmusikszene in Biel zusammenkommt, wird auch das Rheintal eine Hauptrolle spielen. Die Formation „young(r)evolution“ vertritt unsere Region bei der Schlussfeier und setzt damit das Startsignal für das Eidgenössische Musikfest (EMF) 2031 bei uns im Rheintal.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Nach intensiven Abstimmungen mit den Programmverantwortlichen des EMF 2026 in Biel steht fest: young(r)evolution wird als offizielles Aushängeschild der IG EMF ’31 fungieren und den „Stafettenstab“ für das nächste grosse Bundesfest übernehmen.

Ein Sinnbild für die Zusammenarbeit

Die Teilnahme der young(r)evolution ist weit mehr als nur ein musikalischer Auftritt. Als vereinsübergreifende Formation symbolisiert sie genau das, was das EMF 2031 im Rheintal ausmachen wird: Das enge Zusammenrücken aller 18 Rheintaler Musikvereine. > „Wir holen das Fest von Biel direkt zu uns ins Rheintal“, so die Projektverantwortlichen. „Die young(r)evolution ist ein Sinnbild für die notwendige Zusammenarbeit, die wir für die Austragung dieses Grossanlasses in fünf Jahren brauchen.“

Übergabe im grossen Rampenlicht

Im Rahmen der Schlussfeier in Biel ist ein besonderer Programmpunkt geplant. Neben musikalischen Highlights wird es eine offizielle Geschenkübergabe und Grussworte mit Nadja Günthör (OK-Präsidentin EMF 2026) geben. Damit rückt das Rheintal bereits 2026 in den Fokus der nationalen Aufmerksamkeit.

Rückblick: Der Weg zum EMF 2031 im Rheintal

Zur Erinnerung: Am 26. April 2025 erhielt das St. Galler Rheintal den Zuschlag zur Ausrichtung des 36. Eidgenössischen Musikfests.

  • Premiere: Erstmals findet das Fest nicht in einer Stadt, sondern in einer ganzen Region statt.
  • Dimension: Erwartet werden rund 30’000 Aktive und zehntausende Gäste.
  • DNA: Ein „ländlich, liebliches“ Fest mit moderner Infrastruktur und Herzlichkeit im Vier-Länder-Eck.

Die IG EMF 2031 rund um Kreispräsidentin Verena Federli und Projektleiter Simon Büchel ist bereit. Die Teilnahme in Biel ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem unvergesslichen Musikfest 2031.

EMF ’26 – What the hack?

Wir freuen uns riesig über die vielen positiven Rückmeldungen und das grosse Interesse an einem Evo-Projekt in den Jahren 2027/2028 – das motiviert uns enorm!

Nun hat sich überraschend eine neue, spannende Möglichkeit ergeben:
Für das Eidgenössische Musikfest der Aktivvereine in Biel wurden wir angefragt, genauer gesagt für den Abschlusstag am Sonntag, 17. Mai 2026. Im Rahmen des offiziellen Programms der Schlussfeier sollen wir das Rheintal vertreten und als Botschafter für das EMF 2031 im Rheintal auftreten.

Wir fühlen uns sehr geehrt, dass young(r)evolution eingeladen wurde, hier einen musikalischen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig möchten wir diesen Entscheid nicht ohne euch treffen.

Deshalb unsere Frage an euch: Könnt ihr euch vorstellen, bereits 2026 bei einer solchen Darbietung dabei zu sein? Geplant wäre ein Tagesausflug nach Biel, verbunden mit zwei Proben im Vorfeld für ein bewusst einfach gehaltenes Programm.

👉 Wir bitten euch um eine erste, unverbindliche Rückmeldung, ob ihr grundsätzlich Interesse an einer Teilnahme hättet. Wer wäre dabei, wenn young(r)evolution 2026 am EMF in Biel auftritt?

Neues Projekt? Richtig gelesen …

Wir starten mit Überlegungen für eine neue Projektdurchführung im 2027/2028. Einerseits ist somit genügend Vorbereitungszeit gegeben und andererseits findet das Schweizer Jugendmusikfest alle 5 Jahre statt. Nach dem erneuten Erfolg im 2023 in St. Gallen (Zweifacher Schweizermeister), den Erfolgen am Weltjugendmusikfestival 2024 in Zürich (1. Rang Hallenshow und 2. Rang Parademusik) und den vielen Interessenten ….

Voranmeldung über die Homepage nun eröffnet!
Link

Teilnahmebedingungen: nicht älter als 25 Jahre im 2028
(Stichdatum voraussichtlich irgendwann im September 2028).

Zu alt, aber trotzdem an Parademusik mit Evolutionen interessiert?
Melde dich trotzdem an und wir schauen ob und wie sich eine Formation bilden lässt ….

So sehen Sieger aus – Top WJMF Ergebnisse

Unser Projekt „VIERAZWANZG“ hatte am Wochenendende seinen krönenden Abschluss. Bereits bei der Eröffnungsfeier des WeltJugendmusikFestivals (WJMF) wurden wir mit einem grossartigen Programm begrüsst. Der Einzug ins Hallenstadion war der Beginn eines tollen Wochenendes.

Der Festumzug durch die Stadt Zürich war erstaunlich gut besucht, obwohl es erst Samstag Vormittag war. Erstmalig konnten wir unsere Maskottchen ausführen 🙂

Als weiterer Höhepunkt – der Einmarsch und der Auftritt an der „WJMF Youth Party“ im Hallenstadion – überzeugt Euch selbst (ganzes Video folgt).

Doch damit nicht genug – Am Sonntag standen die Wettspiele auf dem Programm und unsere Jugendlichen und Jungen Erwachsenen haben alle Kräfte mobilisiert. Mit einem ausgezeichneten, zweiten Rang und 93 Punkten ein tolles Ergebnis für die Präsentation auf der Parademusik-Strecke.

Als krönender Abschluss die Teilnahme am Hallenshow-Wettbewerb. Neben einer Formation aus El Salvador und einer aus Bulgarien durften wir unsere erste Hallenshow präsentieren. Und tolles Feedback von der Jury entgegennehmen. Mit 93.33 Punkten belegen wir den ersten Rang in diesem Wettstreit und werden noch lange Stolz auf unsere jungen Musikanten sein.

Bertoldshofen – Schöne, verregnete Erinnerungen

Unser Probeweekend führte uns nach Bertoldshofen zum 51. Bezirksmusikfest. Eine Woche vor dem Weltjugendmusikfestival bereiten wir uns auf die Auftritte, den Festumzug und das Showprogramm vor.

Wir wurden herzlichst willkommen geheissen und durften in der Mehrzweckhalle sowie auf dem Sportplatz in Bidingen proben (und übernachten :-). Leider fiel die Darbietung des Rasenprogramms ins Wasser und wir disponierten kurzerhand um. Mit grosser Flexibilität haben sich alle Beteiligten auf einen Auftritt auf der Drehbühne des grossen Festzeltes umorientiert. Erstaunlich, wieviel Bewegung auf einer Festzeltbühne möglich ist.

Beim grossen Festumzug am Sonntag spielte Petrus aber mit und wir freuen uns über die vollbesetzten Strassen in Marktoberdorf. Ein herzliches Dankeschön an den Vorstand und die Organisatoren für das tolle Musikfest und Euere Gastfreundschaft.

Probenarbeiten abgeschlossen – Auftritte!

Seit Februar haben wir zusammen mit 44 Jugendlichen unser Showprogramm erweitert – wir sind nun bereit für die ersten Auftritte. Hier das Programm bis zum Höhepunkt in Zürich!

22. Juni, Mittag:
Schulausstellung expOZO, Oberriet
Rasenshow

6. Juli, ab 16.30:
Musikfest Bertoldshofen (D)
Auftritt im Festzelt und Rasenshow

7. Juli, ab 13.00:
Musikfest Bertoldshofen (D)
Teilnahme am Gesamtchor und Festumzug

12. -14. Juli: Weltjugendmusik-Festival, Zürich
– Freitag: Eröffnungsfeier (Hallenstadion)
– Samstag:
Vormittag: Festumzug (Bahnhofstrasse)
Abend: Showprogramm (Hallenstadion)
– Sonntag:
Vormittag: Wertung Parademusik
Nachmittag: Wertung Showprogramm (Birch-Halle)